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LUDWIG

ROMAN


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    Sinopse

    Ich kann mich nicht erinnern, wann ich Ludwig zum letzten Mal gesehen habe und frage mich, warum mir diese weit zuruckliegenden Begebenheiten uberhaupt in den Sinn kommen, denn sie sind vollig nutzlos, sie verursachen nur Kopfschmerzen oder Sodbrennen, und beides kann ich nicht gebrauchen. MIr genugt es zu wissen, dass Ludwig, obwohl er junger ist, wesentlich alter aussieht als ich. ER sah eigentlich schon immer alter aus, schon damals, als wir uns in den Redaktionen verschiedener literarischer Zeitschriften in Belgrad begegneten, am haufigsten in der Redaktion von Knjiz'evna rec', jenem stickigen Verschlag, der eher einer Rumpelkammer als einer Redaktion glich, und in dem es doppelt so viele Raucher wie Nichtraucher gab. DEshalb hielt ich mich immer im ersten Raum auf, wo die Rechnungsabteilung untergebracht war und wo Kaffee gekocht wurde, und unterhielt mich mit anderen Schriftstellern im Turrahmen stehend, was allerdings nicht viel half, weil ich, wenn ich nach Hause kam, dennoch entsetzlich nach Tabak stank. DOrt, in der winzigen Redaktion begegnete ich Ludwig zum ersten Mal, nachdem wir uns lange vorher im Hof der Philosophischen Fakultat kennen gelernt hatten. ER hatte damals schon sechs, vielleicht sogar sieben Bucher veroffentlicht, ich erst zwei, die beide bei kleinen Verlagen erschienen und von der Literaturkritik fast unbemerkt geblieben waren. DAs storte mich nicht: ich schrieb fur mich, nicht fur die anderen, das Schweigen der Kritik wertete ich als Lob, aber ebenfalls als Lob empfand ich die uberraschende Erklarung, die Ludwig in dieser Rumpelkammer-Redaktion abgab, er habe meine beiden Bucher gelesen. ER muss den Unglauben in meinem Gesicht bemerkt haben, denn er erwahnte sofort zwei Schlusselszenen, je eine aus jedem Buch, die sich, wie er betonte, ine Einander wiederfanden wie plus und minus im Spiegel. NOch heute weiSS ich nicht, was er damit sagen wollte, damals aber klang es mir wie das hochste Loblied auf alles, was ich in der Prosa getan oder zu tun versucht hatte, zumal diese Erklarung von Ludwig kam, einem Autor, der mit einer vollig andersartigen Prosa zu Ansehen gelangt war, namlich mit dem schon zum Standard gewordenen psychologischen Realismus, der unendlich weit von meinen Versuchen entfernt war, die Einflusse des franzosischen "neuen Romans", des lateinamerikanischen "magischen Realismus" und der amerikanischen "Metaprosa" miteinander zu kombinieren. SChon die Tatsache, dass er, obwohl er einem vollig anderen Prosalager angehorte, Zeit fur meine Bucher gefunden und sich noch dazu wesentliche Teile daraus gemerkt hatte, schon diese Tatsache also machte mich glucklich, genauer gesagt uberglucklich, und ich erinnere mich, dass ich seine Hand nicht loslieSS, dass ich, wahrend ich ihm dankte, sie druckte und schuttelte, bis er sie mir entzog und ohne jede Hemmung am Taschentuch abwischte. DAnach lud er mich zu einem Kaffee ein, wir gingen zum Hotel "Moskva" und blieben dort bis funf Uhr nachmittags, als er mir mit schwerer Zunge eroffnete, er habe in mir den Freund gefunden, den er seit Jahren suchte, und hoffe daher, ich wurde nicht gleich sterben oder ihn verlassen. WIr verabschiedeten uns, er nahm ein Taxi und meldete sich die nachsten drei Monate nicht. STatt ihn gleich der Kategorie der seelenlosen Manipulatoren und Blutsauger zuzuordnen, sprang ich spater wie ein Backfisch, sobald er einen Wunsch auSSerte. AM Ende wurde ich zu einer Art Sekretar, zustandig fur seinen Briefwechsel, fur sein Archiv und - ich brauche jetzt keinen Hehl mehr daraus zu machen - fur die Endfassung seiner Texte. ICh weiSS, dass vi ele das nicht glauben werden, manchmal geht es sogar mir selbst so, zumal ich keine festen Beweise habe, dass alles sich so abgespielt hat, aber was hatte ich andererseits davon, es zu erfinden' Mit Ludwig zusammen zu sein, war schon Abenteuer genug; sein Sekretar und besonderer Vertrauter zu sein, weitaus mehr, aber auch weniger, wenn man bedenkt, wie man in Belgrad zu solchen Dingen steht.

    Detalhes do Produto

      • Subtítulo:  ROMAN
      • Origem:  IMPORTADO
      • Editora: SCHOFFLING
      • Edição:  1
      • Idioma: ALEMÃO
      • Ano de Edição: 2009
      • Ano:  2009
      • País de Produção: Germany
      • Código de Barras:  9783895615160
      • ISBN:  3895615161
      • Encadernação:  CAPA DURA
      • Altura: 21.80 cm
      • Largura: 12.90 cm
      • Comprimento: 1.70 cm
      • Peso: 0.28 kg
      • Nº de Páginas:  152

    Avaliação dos Consumidores

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